New York, NY, USA

Tarifvertrag papierindustrie 2018

PerryGrosser August 5, 2020 0 Comments

Das Abschlusspapier von John T. Addison und Paulino Teixeira nimmt eine internationale Perspektive ein und liefert länderübergreifende Belege zur Arbeitnehmervertretung am Arbeitsplatz und zur Leistung der Arbeitsbeziehungen aus der European Company Survey 2013. Die Autoren untersuchen den Zusammenhang zwischen Arbeitnehmervertretung und Managementwahrnehmung des Arbeitsverhältnissesklimas, der Motivation der Arbeitnehmer, der (Krankheits-)Abwesenheit von der Arbeit und der Mitarbeiterbindung sowie (für eine Teilmenge der Daten) Streikhäufigkeit. Ihre Ergebnisse sind recht nuanciert und unterscheiden sich manchmal zwischen den Regelungen für die Arbeitsbeziehungen. Interessanterweise (und kontrovers) finden die Autoren keinen starken Hinweis darauf, dass Betriebsräte oder Gewerkschaftsgremien mit einem besseren Arbeitsverhältnissen in Verbindung gebracht werden oder dass sie im Vergleich zu fehlender Repräsentation positiv mit der Qualität der Arbeitsbeziehungen in Verbindung gebracht werden. Sie stellen auch nicht fest, dass die Arbeitnehmervertretung die Mitarbeiterbindung verbessert, was im Gegensatz zu den Ergebnissen des vorherigen Papiers von Julian B. Adam für Deutschland steht. Die Gehälter werden dem Vergleich zufolge 2018 um rund 1,55 Prozent und 2019 um 1,6 Prozent steigen, was der allgemeinen Arbeitsmarktentwicklung entspricht. Etwa die Hälfte der Aufteilung der Auswirkungen des Vergleichs kann vor Ort vereinbart werden. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, Tarifverhandlungen und Arbeitnehmervertretung am Arbeitsplatz sind die Eckpfeiler der Systeme der Arbeitsbeziehungen in vielen entwickelten Ländern. Deutschland zeichnet sich durch ein Land mit mächtigen Betriebsräten und einer hohen Deckungsquote von Tarifverträgen aus, die von interessengruppen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie vom Staat unterstützt werden. Der deutsche Fall und die wahrgenommene Stabilität seines Systems der Arbeitsbeziehungen haben bei Forschern und Politikern große Aufmerksamkeit erregt, was auch mit der hohen Produktivität des Landes, vergleichsweise wenigen Streiks und relativ geringen Beschäftigungsproblemen zu tun hat. In den letzten Jahren sind die Arbeitsbeziehungen in vielen Ländern jedoch unter Druck geraten.

Zunehmender globaler Wettbewerb, technologischer, demografischer und organisatorischer Wandel, neue Arbeitsformen und andere Entwicklungen haben die traditionellen Systeme der Arbeitsbeziehungen herausgefordert. Die Mitgliederzahl und Dichte der Union sind in den meisten Industrieländern zurückgegangen (Schnabel 2013), während die Arbeitgeberverbände relativ stabil geblieben sind (OECD 2017). In allen OECD-Ländern ist der Anteil der Tarifvertragsbeschäftigten von 45 Prozent im Jahr 1985 auf 33 Prozent im Jahr 2015 geschrumpft (OECD 2017: 126). Darüber hinaus hat in der EU mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer keine formelle Vertretung am Arbeitsplatz in Form einer Gewerkschaft, eines Betriebsrats oder eines ähnlichen Ausschusses und/oder eines Ausschusses für Gesundheit und Sicherheit (Eurofound 2016: 74).